Kolpingjugend NRW am Puls der „Politikmacher“

Morgens früh in NRW: Am Schreibtisch der Abgeordneten zwischen Pressemeldungen und Gesetzesentwürfen, in Ausschüssen von Sport- und Umweltpolitik, neben den Wortführern der Parteien, auf den Gängen des Landtagsgebäudes NRW in der Diskussion über die aktuelle Bildungspolitik. Die Teilnehmer der 3. Jugendpolitischen Praxiswoche der Kolpingjugend NRW suchen den direkten Kontakt zu den Verantwortlichen für die Politik im Land. Im Rahmen des Programms vom 12. bis 17. November wünschten sich die jungen Frauen und Männer vielfältige, praktische Einblicke in den politischen Arbeitsalltag im Vergleich zur Theorie aus Schule und Studium.

Schon im Vorfeld hatten sich 35 Abgeordnete aller Parteien im Landtag NRW dazu bereit erklärt, eine Praktikantin/ einen Praktikanten „an die Hand zu nehmen“. Das Bemühen der einzelnen Politiker, den Erwartungen der jungen Erwachsenen gerecht zu werden und darüber hinaus einen Eindruck vom innerpolitischen Zusammenleben zu vermitteln, stand deutlich im Vordergrund. „Ich bin positiv überrascht über den lockeren Umgang, über die Offenheit, mit der uns im Haus begegnet wird“, erklärte Teilnehmer Christian Buchen.

In einer angeregten Diskussion mit den Vertretern der Jugendorganisationen der Parteien unter anderem über das bestehende Schulsystem, die Sparmaßnahmen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfepolitik oder zum Thema „Jugend und Arbeitswelt“ zeigten sich unerwartet viele parallele Vorstellungen darüber, welche Themen im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen sollten. Am Ende stand für beide Seiten fest: Vor allem durch die Einladung eines unparteiischen Verbands konnte der Meinungsaustausch so sachlich und zielgerichtet verlaufen.

Um das Interesse der Kolpingjugend, ihre freiwillige Bereitschaft zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen fest in dem Bewusstsein der Abgeordneten zu verwurzeln, wurde in einem Zeitraum bis zum Beginn der Praxiswoche ein Positionspapier zum Thema „Ehrenamt“ zusammengestellt. In diesem Schreiben benennen die Mitglieder des Landesarbeitskreises der Kolpingjugend NRW die Tätigkeitsfelder und verknüpfen die formulierten Ziele und Erfolge mit ihren Forderungen an Kirche, Staat und Wirtschaft. Landtagspräsidentin Regina van Dinther stellte im Gespräch ehrenamtliches Engagement als Grundlage für das zukünftige Bestehen junger Menschen in der Arbeitswelt dar. Gerade dadurch eröffne sich die Möglichkeit, soziales Verhalten, effektive Arbeitsweisen und die Kompetenz zur angemessenen Diskussion zu erlernen.

Die 3. Jugendpolitische Praxiswoche hinterließ einen bleibenden Eindruck bei den Teilnehmern. Die intensive Betreuung durch die Abgeordneten verstärkte das politische Interesse und veranschaulichte nach Meinung der Praktikanten das Verständnis dafür, wie wichtig es sei, dass Interessen vernünftig vertreten werden.

Foto: Treffen mit den jugendorganisationen der Parteien.

Autorin: Lara Sogorski (Kolpingjugend Westerwiehe)