Internationale Familienfreizeit an der Nordsee

Ausgangssituation
Im Stadtgebiet Marsberg leben circa 350 Flüchtlinge aller Altersklassen. Die Asylbewerber kommen unter anderem aus Syrien, Afghanistan, Armenien, Georgien und Srilanka. Die Unterbringung der Familien erfolgt in eigenen Wohnungen. Lediglich Alleinreisende waren zunächst in einer Sammelunterkunft untergebracht. Seit dem Herbst leben diese in einer neugebauten Unterkunft.

Projekt und Projektakzeptanz
Die Kolpingjugend Bezirksverband Brilon-Marsberg im Diözesanverband Paderborn ist mit insgesamt sieben Familien aus den oben genannten Ländern im Alter von 1-51 Jahren zu einer Familienfreizeit nach Büsum gefahren. Ziel des Projektes war der gemeinsame Spaß, das bessere Kennenlernen, und gemeinsam Urlaub zu machen. Insgesamt haben 16 Erwachsene und 16 Kinder teilgenommen, inklusive vier Betreuern. Obwohl es vorher Bedenken gab, ob sich die Gruppe gut versteht, war dies kein Problem. Anfangs haben sich die Familien aus Armenien zwar nicht richtig den anderen gegenüber geöffnet, zum Ende der Woche hatte sich dieses jedoch gelegt.

kj-bv-brilon-marsberg2Morgens gab es ein Programm für die Kinder, sodass die Eltern in Ruhe einkaufen, bummeln oder Zeit für sich verbringen konnten. Am Nachmittag wurden gemeinsame Ausflüge zum Strand oder Schwimmbad unternommen. Abends konnten die Kinder draußen spielen und die Erwachsenen haben zusammengesessen und Karten gespielt.

kj-bv-brilon-marsberg3Typisch für die Nordsee war eine Krabbenkutterfahrt mit allen geplant worden. Im Nachhinein haben die Betreuer dann gehört, dass einige eigentlich erst Angst hatten, da sie selber mit einem Boot geflohen sind. Trotzdem hat die Bootsfahrt allen gefallen. Ein weiteres Highlight war die gemeinsame Wattwanderung. Hier wurde das Phänomen Ebbe und Flut erklärt, gemeinsam nach Wattwürmern gesucht und beobachtet, wie eine Herzmuschel mit Hilfe ihres Grabefußes im Boden versank. Besonders schön ist es für die Helfer nun, dass sich neue Freundschaften entwickelt haben und dass man sich in Marsberg besser kennt und auf der Straße grüßt.

Der zeitliche Aufwand für das Projekt war etwas umfangreicher, als am Anfang gedacht. Es mussten Zuschüsse beantragt, die Fahrt geplant und viele Absprachen getroffen werden. Da die Familien nur schlecht Deutsch sprechen konnten, musste viel mit deren Betreuer geregelt werden. Insgesamt musste auch geschaut werden, wie die 100€ Eigenanteil aufgebracht werden können.

Besonders stressig war es noch einmal kurz vor Beginn der Fahrt, da sich einige auf Grund eines Interviewtermins oder Krankheit abgemeldet haben. Dadurch wurde auch der Transport mit der Bahn schwieriger und die Bahntickets wurden erst kurz vor Beginn der Fahrt gekauft. Wichtig ist es auch noch einmal zu kommunizieren, dass eine Anmeldung verbindlich ist und nur bei schwerwiegenden Gründen eine Abmeldung inklusive Kostenrückerstattung möglich ist. Gut war auch die Unterstützung durch die Jugendherberge. Hier wurde insbesondere auf Essensgewohnheiten Rücksicht genommen und darauf geachtet, dass auch die muslimischen Teilnehmer beim Grillen, Lunchpaket oder Mittagessen etwas Leckeres zu essen hatten. Auch unterstützte das Team der Jugendherberge bei Fragen oder Problemen.

Ausblick und Zukunftswünsche
Der Bezirksverband Brilon-Marsberg würde noch einmal eine solche Fahrt durchführen, da es im Ganzen ein tolles Erlebnis und Miteinander waren. Eine Durchführung ist jedoch auch abhängig von Zuschüssen, z.B. von der Caritas oder dem Bischof aus Paderborn. Ziel ist es auch bei einer weiteren Fahrt noch mehr deutsche Familien mitzunehmen, um den Austausch und die Integration noch besser gestalten zu können. Für die Asylbewerber wünscht sich der Bezirksverband, dass diese Arbeit finden und nicht zurückgeschickt werden.

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